Herzlich willkommen im Haus des heiligen Josef
Als Erstes erblickt man beim Eintritt in die Kapelle den Hausherrn, unseren heiligen Josef. Er hält das Jesuskind auf seinem linken Arm und rechts einen Winkel, der das Handwerk symbolisiert. Ein Unikat, aus gutem Holz geschnitzt, imposant verwirklicht von Holzbildhauermeister Stefan Käser.
Links von Josef erblicken wir unsere Gottesmutter Maria mit ihrem Sohn Jesus auf dem Arm. Die Mutter aller Völker. Und rechts von Josef begrüßt und empfängt uns Jesus mit offenen Armen und offenem Herzen.
Der heilige Josef, ein Mann nach dem Herzen Gottes, das Haupt der Familie. Ein bisschen im Schatten steht er ja schon, der heilige Josef: der Bräutigam der Gottesmutter und Nähr- und Ziehvater von Jesus Christus.
Wenn man von Maria spricht, so sagte die heilige Teresa von Ávila, müsste man im selben Atemzug immer den heiligen Josef miterwähnen. Denn ohne ihn hätte die Heilige Familie die vielen Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert war, nicht durchgestanden. Josef war immer an der Seite der Seinen, er hat sie beschützt und ihnen Gutes getan.
Papst Franziskus rief im Jahr 2021, also in einer von der Corona-Pandemie geprägten Zeit, ein Jahr des heiligen Josef aus. Der Papst lenkte in diesen bewegten Zeiten den Blick auf einen Menschen, der sich in seinem Leben aufopferungsvoll um andere gekümmert hat, ohne sich dabei selbst zu wichtig zu nehmen und stellte damit die Menschen in den Mittelpunkt, die heute so leben und handeln, wie es Josef vor über 2000 Jahren getan hat.
Die Patronate des heiligen Josef sind ziemlich vielfältig.
Josef, Schutzpatron der Familien, Kinder, Jugendlichen, Waisen und Jungfrauen
Josef, Schutzpatron der Handwerker
Männer und Frauen, die gewissenhaft ihrer täglichen Arbeit nachgehen, sind ein Segen für die ganze Gesellschaft. Was wäre ein Leben ohne Handwerker und die vielen Arbeiter in der Industrie und den Fabriken? Handwerkliche Arbeit geschieht letztlich zum Wohl der Gemeinschaft. So hat vermutlich auch Josef sein Handwerk verstanden.
Traditionelles Handwerk braucht ein neues Selbstverständnis und mehr öffentliches Bewusstsein für seinen gesellschaftlichen Wert. Ganze Berufszweige und das damit verbundene Wissen und Können sind vom Aussterben bedroht. Handwerker standen viele Jahre in der zweiten Reihe. Man hat ihnen zu wenig Achtung und Wertschätzung geschenkt. Jetzt in Zeiten des Fachkräftemangels wird uns das wieder mehr bewusst und nicht zuletzt hat es doch eine ganz eigene Magie, ein Werk, ein Produkt mit den Händen zu schaffen …
Josef, Schutzpatron der Sterbenden
Bereits im 17. Jahrhundert wurde Josef immer mehr zum Schutzpatron der Sterbenden.
Josef, Schutzpatron der katholischen KircheIm Jahr 1870 bestimmte Papst Pius IX. Josef zum Patron der ganzen katholischen Kirche.
Josef, ein Vorbild und Mutmacher
Wir denken an ihn, weil er uns Mut machen kann. Mut, dass wir unsere Träume, Sehnsüchte und Wünsche nicht nur als Luftschlösser mit uns herumtragen. Dass wir sie vielmehr wirklich mit Leben erfüllen, sie lebendig werden lassen, weil es sich lohnt, dafür zu leben. Und diese Träume haben wir doch alle: die Träume von einer besseren Welt, von mehr Frieden, Gerechtigkeit und Liebe.
Josef, unser Freudenbringer
„Ich erinnere mich nicht, den heiligen Josef um irgendetwas gebeten zu haben, ohne dass er es mir nicht erlangt hätte. Wie zahlreich sind die Gnaden, die mir Gott auf die Fürbitten dieses Heiligen erwiesen, und die vielen Gefahren des Leibes und der Seele, aus denen er mich befreit hat. Meine vielfache Erfahrung hinsichtlich der großen Gnaden, die er von Gott erlangt, veranlasste mich zu dem Wunsche, die ganze Welt zur Andacht zu diesem großen Heiligen zu bewegen. Besonders gütig zeigte er sich an seinem Festtage. Ich bitte jeden um der Liebe Gottes willen, den Versuch zu machen …“ – Teresa von ÁVILA (heilige Karmelitin, Mystikerin, Ordensreformatorin und Kirchenlehrerin, 1515-1582)
Wie Teresa über den heiligen Josef berichtete, so möchten auch wir jedem zureden, diesen glorreichen Heiligen zu verehren, weil auch wir aus Erfahrung wissen, wie viele Gnaden er bei Gott erlangt.
Er hat unsere Bitten erfüllt und waren dieselben nicht ganz rechter Art, so lenkte er sie zu etwas Besserem für uns.
Alle können wir im heiligen Josef, diesem unauffälligen Mann, diesem Menschen der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart, einen Fürsprecher und großen Helfer finden. Der heilige Josef ist die Freude der Heiligen und Päpste. Er soll auch eure Freude sein.
Seine väterliche Liebe und seinen Schutz brauchen wir dringend. Die Familie ist die Grundlage der Gesellschaft. Richten wir wieder den Blick mehr auf unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die heilige Familie ist Ausdruck der Dreifaltigkeit. Gott ist Familie.
Kopf hoch. Neben den Holzschnitzfiguren können wir die heilige Familie auch noch in einer beeindruckenden Deckenmalerei von Josef Hotter bestaunen und uns daran erfreuen. Seine Deckengemälde im Kapellengewölbe nehmen Raum ein und sind so lebendig, frisch und bereichernd.
Links sieht man die heilige Familie in der Szene auf der Flucht nach Ägypten und rechts zeigt die Malerei die Szene der heiligen Familie, wie Josef seinen Ziehsohn und guten Lehrling Jesus das Zimmermannshandwerk lehrt.
Mittig und oberhalb vom heiligen Josef hat Maler Josef Hotter den Blick aus dem rechten Fenster widergespiegelt. Ein besonderer Blick zur Dekanatspfarrkirche, zu einer der schönsten und größten Barockkirchen des Tiroler Unterlandes und ehemaligen Zweitkathedrale der Bischöfe von Chiemsee.
Und dann strahlt auch noch der Heilige Geist auf uns herab. Die verbreitetste Darstellung ist die einer Taube. Der Heilige Geist schenkt uns sieben Gaben. Dazu zählen Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.
Diese Heiligen zieren auch noch die Kapelle Sankt Josef:
Die heilige Anna
Die heilige Anna ist die Mutter Marias und damit Großmutter Jesu. Ihr Name steht für Liebe, Gnade und Anmut. Ihr Gedenktag ist der 26. Juli und die heilige Anna ist unter anderem auch die Patronin der Mütter und der Ehe, der Hausfrauen, Witwen, Armen und Arbeiterinnen, für eine glückliche Heirat, für Kindersegen und für eine glückliche Geburt.
Die heilige Elisabeth
Nach dem Lukasevangelium war Elisabeth mit dem Priester Zacharias verheiratet. Die Ehe blieb lange kinderlos, da Elisabeth unfruchtbar war, bis der Engel Gabriel dem Zacharias die Geburt eines Sohnes voraussagte, den er Johannes nennen sollte. Elisabeth ist im Neuen Testament die Mutter Johannes’ des Täufers und sie ist eine Verwandte der Gottesmutter Maria.
Elisabeth ist bis heute wegen ihrer Hilfsbereitschaft für Arme und Kranke sehr populär. Sie ist Patronin der Caritas, der Waisen und Witwen, Kranken, Notleidenden sowie der Bäcker.
Heiliger Johannes der Täufer
Jesus von Nazaret ließ sich durch ihn taufen. Johannes ist Schutzheiliger der Architekten, Gastwirten, Kaminkehrer, Schneider, Maurer und Steinmetze.
Der heilige Georg
Der heilige Georg ist in der Bevölkerung als Patron und Heiliger sehr beliebt und zählt zu den vierzehn Nothelfern. Sein Name ist griechisch und bedeutet Bauer, Landmann.
Seine Patronate leiten sich von seinem Namen, seiner Legende und seiner Darstellung als Ritter, der den Drachen besiegt ab. Georg wurde auch gegen Kriegsgefahren und Seuchen sowie für die Landwirtschaft angerufen. Er ist der Schutzpatron verschiedener Länder, Adelsfamilien, Städte und Ritterorden sowie der Pfadfinder. Georg war vor 1772 der offizielle Schutzherr über Tirol.
Heilige Birgitta von Schweden
Birgitta von Schweden verstarb am 23. Juli 1373 in Rom. Ihr Gedenktag ist der 23. Juli, im Kalender der außerordentlichen Form des römischen Ritus der 8. Oktober. Sie war Visionärin und gründete 1346 ein Frauenkloster.
Als Beraterin von Adeligen und zwei Päpsten konnte sie auch für eine Friedenspolitik wirken. Birgitta von Schweden wurde 1999 von Papst Johannes Paul II. zur Patronin Europas erhoben. Unsere Tagesheilige ist, in Zeiten wie diesen, als Friedensstifterin ein leuchtendes Vorbild.
Das Prager Jesulein
Das Prager Jesulein mit seinem lieblichen Gesicht und der detailreichen Verzierung auf seinem Gewand ist eine bekannte Kind-Jesu-Statue im Prager Karmeliterkloster in Tschechien. Das Jesulein ist Ziel vieler Wallfahrten. Immer wieder sollen sich durch die Fürsprache des Prager Jesulein auch Wunder und Heilungen zugetragen haben.
Das Kruzifix
Über der Eingangstür hängt ein Kruzifix (der Kruzifixus, von lateinisch cruci fixus, „ans Kreuz geheftet“). Das wichtigste Symbol unter uns Christen ist das Kreuz und die Darstellung unseres ans Kreuz genagelten Jesus. Es erinnert uns an Jesus, der am Kreuz gestorben und anschließend auferstanden ist. Als Beweis, dass auch wir nach dem Tod bei Gott ewig weiterleben werden.
INRI sind die Initialen des lateinischen Satzes Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum – „Jesus von Nazaret, König der Juden“.
Die Gußglocke
Seit 1870 ist das „Giesserhandwerk“ in Waidring Tradition. Richard Foidl, ein Enkel von Josef Foidl, hat nach seiner Lehre bei seinem Grossvater 1997 die Firma Kunst- und Glockenguss gegründet. Diese Sonderanfertigung von Richard glänzt mit dem heiligen Josef und der Heiligen Familie. Mit unserem Ortsnamen Sankt Johann in Tirol und dem Datum der Glockenweihe, dem 23. Juli 2023.
