Der Kapellen-Garten

Ein Garten kann dem Menschen etwas von seiner Urerfahrung schenken: Zufriedenheit und Geborgenheit, Ruhe und Segen.

Die Pflanzen habe ich nach Bibelpflanzen, nach ihrer Pflanzensymbolik sowie nach ihrer zugesagten Heilkraft und der Sprache der Blütenfarben ausgesucht. Aus Liebe zur Natur habe ich dabei ein Zeichen für ökologische Gestaltung und nachhaltige Bewirtschaftung gesetzt. Von den weit über 300 Pflanzen sind es vielleicht nur fünf Rosenstöcke, deren gefüllte Blüten das Auge und die Nase verzaubern, die jedoch nicht bienenfreundlich sind. Alle anderen Pflanzen sind ein Nektargarten für Bienen, Hummeln und Insekten sowie vögel- und igelfreundlich.

Das Marien-Beet in den Farben Rosa, Pink und Rot:

Maria galt als Blumenliebhaberin. Die Legende besagt, dass die Apostel nach dem Tod von Maria anstatt ihres Leichnams nur noch wohlriechende Blumen vorfanden.

Die Rose gilt als Symbol für die Gottesmutter Maria. Sie gilt als Königin unter den Blumen, selbstredend, dass sie Maria als Himmelskönigin vertritt. Die Rose ist natürlich auch die Blume der Liebe und der Leidenschaft und symbolisiert mit ihren Dornen wie keine andere die Passion der schmerzhaften Muttergottes. Möge die Frau aller Völker, die selige Jungfrau Maria, unsere Fürsprecherin sein, damit wir bewahrt bleiben vor Verfall, Unheil und Krieg.
Im Marien-Garten befinden sich sehr viele Bienenweide-Rosen. Die Bienenweide-Rosen sind ein Bienen- und Vogelnährgehölz.

Die Farben Pink und Rosa symbolisieren Anmut und Weiblichkeit und erfreuen nicht nur die Herzen kleiner Mädchen. Rosa Blüten stehen für Zärtlichkeit und Sehnsucht. Pink ist die Zartheit und Jugend, aber auch Ausdruck von Fürsorge und Dankbarkeit. Rote Blumen sind wie eine Liebeserklärung,

Das Josefs-Beet in den Farben Weiß, Blau und Lila:

In der Tradition der Kräuterweihe steht die Lilie im Kräuterbüschel für den heiligen Josef. Die weiße Madonnen-Lilie ist Symbol für ewiges Leben, für Licht und Zeichen der Reinheit, Unschuld und Jungfräulichkeit. Eine Lilie, die auf Darstellungen Christi als Weltenrichter aus dessen Munde hervorkommt, ist ein Symbol der Gnade. Die Bibel spricht von den Lilien auf dem Felde als einem Symbol der Hingabe an Gott. Mit der deutlichen Dreizahl ihrer Blütenblätter deutet sie auf die Dreieinigkeit hin. Die Königslilie ist ein Sinnbild der Vergebung der Sünden.

Lilie und Lavendel, die Gartenblume und die Duftpflanze, kommen in den Texten der Bibel vor.

In der Antike glaubten Christen, dass die Lavendelpflanze aus dem Garten Eden stammt. Ein Mythos besagt, dass Gott nützliche Kräuter gab, damit den aus dem Paradies vertriebenen Adam und Eva ein leichteres Leben auf der Erde ermöglich würde. Unter diesen Kräutern waren Lavendel und Rosmarin. Als Sinnbild für Demut. Eine andere schöne christliche Legende behauptet, dass als Zeichen der Dankbarkeit für das Trocknen der Kleidung des kleinen Jesus auf einem Lavendelbusch, dem Kraut der charmante Lavendelduft gegeben wurde. Lavendel reinigt, wirkt desinfizierend und schafft Klarheit.

Weiß symbolisiert immer reine Gefühle, Ehrlichkeit und Respekt. Es ist ein Signal, dass wir mit guten Absichten kommen. Weiße Blumen sind Ausdruck von Bescheidenheit, aber auch Perfektion und Eleganz. Wenn wir jemanden um Vergebung bitten, ist Weiß die perfekte Wahl. Die Blumenfarbe Violett steht für unaufdringliche Nähe, Würde und Innigkeit. Blaue Blüten stehen für Hoffnung und Treue.

Das Jesus-Beet in den Farben Gelb und Grün:

Mittig steht ein Weinstock. Die Rede Jesu zu seinen Jüngern: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“ Johannesevangelium 15,5

In der Bibel steht Wein für Freude und für die Fülle der von Gott kommenden Gaben. Im Christentum kommt dem Wein eine besondere Bedeutung zu, in der eucharistischen Verwandlung steht er für das Blut Christi. Wein ist ein Sinnbild des himmlischen Paradieses, er gilt als Lebenssaft und als Trank der Unsterblichkeit.

Der Weinstock ist umringt von Frauenmantel. In den Blättern sah man den Mantel der Jungfrau Maria und deshalb ist er ein Symbol für alle Schutzsuchenden. Er galt als Allheilmittel und ist vor allem ein Frauenkraut, weil er sich bei Frauenleiden sehr hilfreich zeigte.

Die Pflanze Sonnenhut mit dem botanischen Namen Echinacea: Diese alte Heilpflanze symbolisiert den Wegbegleiter von der Geburt bis zum Tod.

Gelbe Blüten eifern mit der Sonne um die Wette und versprühen deshalb pure Lebensfreude. Gelb steht ebenso für Glück. In der Natur ist Grün häufig anzutreffen. Deshalb assoziiert man diese Farbe mit Leben und Wachstum und im übertragenen Sinn mit Hoffnung und Zuversicht.

Das Kräuter-Beet

Darin befindet sich die Akelei, ein Symbol des Lebens, das über den Tod siegt. In der Symbolik steht die Akelei für Demut und Anbetung und symbolisiert den Heiligen Geist, Lebenskraft, Überwindung irdischer Begrenzung, umfassendes Heil, Triumph und Erlösung.

Weiters gedeihen Thymian (Stärke), Pflanzen aus der Bibel wie Salbei und Minze, Schafgarbe, Berg-Eisenhut und Storchschnabel (dieser wird auch Gottesgnadenkraut genannt).

Grundstücks- und Beetabgrenzung

Die Hainbuchenhecke. Die mythologische Bedeutung der Hainbuche spielt in verschiedenen Kulturen eine Rolle und wird oft mit Schutz, Weisheit und Wohlbefinden in Verbindung gebracht. Im Christentum wird die Hainbuche auch Marienbaum genannt, da sie der Legende nach der Jungfrau Maria auf der Flucht vor Herodes und seinen Soldaten als Schutzbaum diente.

Die vier kreuzförmig angelegten Beete sind mit Ilex eingefasst, der als Sinnbild für die Abwehr des Bösen sowie für ewiges Leben und Hoffnung steht.

Neben der Kapelle steht eine Linde. Sie galt einst als Baum des Volkes, als mütterliche Hüterin der Liebe und des Lebens. Die Blüten der Linde sollten den Menschen mit seinem Herzen in Verbindung bringen und ihn einfühlsam und liebevoll mit seinen Nächsten umgehen lassen. Darüber hinaus symbolisierte die Linde Heimat und Volkszugehörigkeit sowie den Frieden und das Gute. Der Baum der Zusammenkunft, der Gerechtigkeit und der positiven Kommunikation.

Die Holzbank neben der Eingangstüre zur Kapelle

Ein herzliches Vergelt´s Gott dem Tourismusverband St. Johann in Tirol für diese wunderschöne neue Holzbank! Sie wirkt schon beim ersten Anblick gemütlich. Sie strahlt Harmonie und Ruhe aus und fügt sich ästhetisch in die Umgebung ein. Einer sieht beim Anblick eine Welle, den Fluss des Lebens. Der andere ein Herz. Und wieder ein anderer erkennt zwei Flügel.

Der Garten in der Bildsprache des Alten Testaments:

Gärten waren eine wichtige Lebensgrundlage. Sie konnten daher auch Bild sein für ein glückliches, zufriedenes Leben (Jes 58,11). Blühende Gärten sind Zeichen für Frieden, Heil und Wohlergehen (Jes 32,15-18). Die Möglichkeit, Gärten neu zu pflanzen, zeigt, dass ein Neuanfang möglich ist (Jes 51,3).

Dieser Kapellen-Garten ist klein an Quadratmetern, jedoch groß in der Wirkung.

Was wächst, bleibt nicht, wie es ist. Wer Liebe sät, wird Liebe ernten.

Erfreue dich und schöpfe Kraft im Garten der Kapelle Sankt Josef!