Entstehungsgeschichte: Gedanken – Worte – Werke

Der Gedanke zur Errichtung der Kapelle Sankt Josef entstand im November 2020, als Manfred schwer an Covid erkrankte. Ich bekam große Angst um das Leben von meinem damaligen neuen Lebenspartner und jetzigen Ehemann. Angst vor erneutem Leid und Schmerz. Nach dem Unfalltod meines geliebten Sohnes am 4. Juli 2014 und den daraus folgenden sehr leidvollen Jahren, hatte ich im gemeinsamen Leben mit Manfred gerade wieder zu lieben, leben und lachen begonnen.

Manfreds Mutter Maria sagte: „Geh zum heiligen Josef. Beten wir fest zum heiligen Josef, dass Manfred diese Krankheit überlebt. Josef ist ein großer Helfer.“ Von da an habe ich begonnen, zu beten, zu bitten und zu glauben. Ich baute eine Beziehung zum heiligen Josef auf. Es war der Zeitpunkt meiner Bekehrung. Und Maria sagte auch: „Du musst aber gleichzeitig dem heiligen Josef ein Versprechen abgeben und dafür irgendetwas Gutes für deine Mitmenschen tun.“

Und so habe ich, ohne viel nachzudenken, ein gar großes Versprechen herausgeplappert: Als Dank und zu Ehren des heiligen Josef eine Josefs-Kapelle errichten zu wollen.

Es war nicht immer leicht, es war keine gemähte Wiese. Manchmal flossen Tränen und ich fragte mich selber, warum tust du dir das an? Dann übergab ich es dem heiligen Josef mit den Worten: „Sorge du“. Und siehe, nun steht sie da in voller Schönheit und Andacht, die Josefs-Kapelle. Eine Kapelle, wie es früher viele gab, als die Menschen noch mehr Verbindung „nach oben“ hatten und noch geerdeter waren.

Erst heuer fiel mir in Niederösterreich, direkt neben der Unfallstelle, wo vor neun Jahren mein Sohn Heinzi bei einem Autounfall ums Leben kam, eine Kapelle mit der Aufschrift „Gott liebt Dich“ auf. Und ich darf jetzt mit dem Bau der Kapelle Sankt Josef in St. Johann in Tirol für die Welt so viel Gutes tun.

„Der Schmerz ist der große Lehrer der Menschen. Unter seinem Hauche entfalten sich die Seelen“, lautet ein Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach.

Der heilige Josef hat alle meine Bitten erhört. Manfred wurde wieder fast völlig gesund. Wie ich danach und jetzt immer wieder aus Geschichtsbüchern lese, von alten Frauen und alten weisen Männern höre, und wie ich dies auch selbst erfahren durfte, ist Er tatsächlich ein großer Helfer, Fürsprecher und Führer in schwierigen Zeiten.

Können wir nicht alle gerade jetzt, in diesen herausfordernden Zeiten mit Krankheit, Krieg, Armut, Klimakatastrophen, Gier, Hass, Neid, Lügen, Zwiespalt der Menschen und Familien, einen großen Helfer wie den heiligen Josef sehr gut brauchen?