Grußwort Erzbischof Franz Lackner
Kirchen und Kapellen sind in Stein erbaute Botschaft. Sie zeugen davon, dass Gott auch in unseren Tagen durch die Geschichte schreitet. Auf den schuld‘gen Dank für Gottes wunderbares Wirken wird leider nicht selten vergessen. Umso erfreulicher ist es, dass sich Familie Hauser entschlossen hat, ihre Dankbarkeit und ihren Glauben sichtbares Zeichen werden zu lassen.
Mit dem Heiligen Josef weist die neuerrichtete Kapelle zudem auf ein großes Vorbild und Beispiel im Glauben hin. Von Josef, der ein Leben lang Bräutigam blieb, heißt es explizit, dass er gerecht war (Mt 1,19). Das bedeutete vor allem eine treue Ergebenheit gegenüber dem Gesetz. Doch angesichts der Situation, dass Josef nach menschlichem Ermessen von Untreue seiner Verlobten ausgehen musste, besteht er nicht auf seinem Recht. Vielmehr ist er bereit, gewissermaßen um des Menschen willen einen Kompromiss zu machen: Statt sie zu verstoßen, nimmt er Maria zur Frau, und von dem, was anfänglich nach einem Kompromiss aussah, zeigt sich: Es ist in Gottes ewigem Plan.
Papst Franziskus hat im Josefsjahr, in welchem die Idee für diese neue Kapelle ihren Anfang nahm, den Heiligen Josef als Vater im Annehmen vorgestellt. Josef, der Gerechte, hat bestimmt gelitten unter dem, was ihm da zugemutet wurde, als sich zeigte, dass Maria schwanger war. Aber „wie rätselhaft es ihm auch erscheinen mag, er nimmt es an, übernimmt Verantwortung dafür und versöhnt sich mit seiner eigenen Geschichte.“ (Papst Franziskus, Patris corde)
Der Zuspruch, den Gott dem heiligen Josef aus Engelsmund sagen lässt, „Fürchte Dich nicht!“ (Mt 1,20) – dieser Zuspruch gilt heute auch uns. Er ist Teil der Botschaft, welche die neuerrichtete Kapelle für alle bereithält, die an ihr vorüberkommen. Wer sich von dieser Botschaft ansprechen lässt, möge dazu ermutigt werden, das Leben in allen seinen Facetten, mit allen Prüfungen anzunehmen und seinen Lebensweg gestärkt fortzusetzen.
Ich danke allen, die zum Entstehen dieser Josefskapelle – der ersten mit dem Patrozinium des Tiroler Landespatrons im Bezirk Kitzbühel – beigetragen haben. Allen gelten meine herzlichsten Segenswünsche!
+ Franz Lackner
Erzbischof von Salzburg
Grußwort Landeshauptmann Anton Mattle
Dankbarkeit im Leben zu zeigen, stellt einen ganz besonderen Herzenswert dar. Die Familie Dagmar und Manfred Hauser zeigt diese Dankbarkeit aus einem tief verwurzelten Glauben heraus und hat sich nach der Genesung von einer schweren Erkrankung heraus entschlossen, eine Kapelle im Achenzipf-Park in St. Johann in Tirol zu errichten.
Geweiht wird diese Kapelle dem heiligen Josef, unserem Tiroler Landespatron. Er ist unter anderem Schutzpatron der Familien und auch der Kirche und schmückt als von einem Tiroler Bildhauer geschnitzte Figur gemeinsam mit einer Fresko-Malerei den Innenraum der Kapelle.
Die Familie Hauser durfte zur Verwirklichung ihres Glaubensprojekts das Miteinander und die Unterstützung von Freundinnen und Freunden, Bekannten, Nachbarinnen und Nachbarn sowie Verwandten in segensreichem Maße erleben. Diese Solidarität und der gelebte Zusammenhalt, die wir auch immer bei schwierigsten Herausforderungen wie auch Naturereignissen in Tirol erleben dürfen, erfüllen mich immer mit großer Dankbarkeit.
Möge die Kapelle St. Josef, die eingebettet zwischen der Fieberbrunner und der Kitzbüheler Ache liegt und mit den zwei Brücken eine Verbindung darstellt, viele Besucherinnen und Besucher nicht nur im Glauben verbinden, sondern auch im Miteinander – gebaut aus Dankbarkeit, für uns alle!
Ihr
Anton Mattle
Landeshauptmann von Tirol
Grußwort Bezirkshauptmann Michael Berger
Wir leben in einer aktuell unruhigen Zeit mit sich überlagernden und gegenseitig verstärkenden Problemen. Viele Menschen empfinden deshalb Sorge und Angst. Das aber ist erfahrungsgemäß ein willkommener Nährboden für meist sehr laute gesellschaftliche und politische Strömungen, die in Krisenzeiten leider immer wieder Feindbildern konstruieren und dadurch Menschen auseinanderbringen.
Wie wohltuend sind da freundliche und leisere Töne, die sich immer dann finden, wenn sich Menschen in Toleranz und Offenheit begegnen und nicht gegeneinander, sondern füreinander aktiv werden.
Ruhiger Fleiß, bescheidene Zurückhaltung und „für jemanden da sein“ werden ganz besonders mit dem heiligen Josef, dem Namenspatron der neuen Kapelle am „Achenspitz“ in St. Johann, in Verbindung gebracht. Gegenseitige persönliche Achtung, ein starker Glaube, fleißige Hände sowie Zusammenhalt und Unterstützung vieler Menschen bilden deren ideelles Fundament, auf dem dieses Kleinod entstehen konnte.
Möge die neue Kapelle Sankt Josef ein Ort werden, an dem Menschen unabhängig von Stand, Herkunft und Glaubensrichtung Atem holen können und zueinander finden.
Dr. Michael Berger
Bezirkshauptmann
Gruß vom 5-jährigen Toni
„Ich freue mich, dass ich beim Bauen der Kapelle, besonders beim Maurern, mithelfen durfte. Jetzt ist die Arbeit leider vorbei, darüber freue ich mich nicht so. Aber die Kapelle gefällt mir sehr gut. Ich wohne gleich nebenan und ich werde immer ein Auge auf die Kapelle werfen, dass nix gestohlen wird.“
Euer Toni


